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KI hat eine App umgeschrieben. Ihr Schöpfer erklärte den Krieg.

Eine beliebte Runtime nutzte 64 KI-Agenten, um ihre gesamte Codebasis in nur 11 Tagen umzuschreiben. Jetzt bezeichnet der Schöpfer der ursprünglichen Sprache das Ergebnis als 'ungeprüften Müll' und eine totale 'Blamage'.

Cassidy Wolfe
KI hat eine App umgeschrieben. Ihr Schöpfer erklärte den Krieg.

Der 165.000-Dollar-KI-Code-Raub

Bun führte einen beispiellosen digitalen Raubzug durch und portierte über eine halbe Million Zeilen Zig in nur 11 Tagen auf Rust. Diese erstaunliche Leistung, die sich zwischen dem 3. und 14. Mai 2026 abspielte, nutzte 64 parallele Claude-Agenten, die ein Fable 5-Modell vor der Veröffentlichung über vier Git-Worktrees hinweg ausführten. Die KI-gesteuerte Migration sah, wie ~535.496 Zeilen Zig in ~682.000 Zeilen Rust umgewandelt wurden, wobei der Höhepunkt bei erstaunlichen 58 Commits pro Minute lag und in insgesamt 6.502 Commits gipfelte.

Buns offizielle Begründung für diese radikale Überarbeitung war klar: jahrelange, hartnäckige 'Use-after-free'-Speicherfehler ausmerzen. Das Team zielte darauf ab, den berühmt-strengen Borrow Checker von Rust für eine verbesserte Stabilität zu nutzen und direkt 128 bekannte Probleme anzugehen, die die Codebasis geplagt hatten. Dieser strategische Wechsel versprach eine robustere und zuverlässigere Runtime, die potenzielle Laufzeitfehler in Garantien zur Kompilierzeit verwandelte.

Entscheidend ist, dass dieses KI-gestützte Umschreiben erst durch die Übernahme von Bun durch Anthropic im Dezember 2025 finanziell tragfähig wurde. Diese strategische Integration verschaffte Bun einen beispiellosen Zugang zu den fortschrittlichen KI-Modellen von Anthropic und umging die geschätzten Token-Kosten von 165.000 Dollar, die bei einem Kauf über die öffentliche API angefallen wären. Das Projekt diente somit als monumentales internes Schaufenster für die generativen KI-Fähigkeiten von Anthropic und demonstrierte das Potenzial für groß angelegte Code-Transformationen.

"Ungeprüfter Müll": Die vernichtende Abrechnung eines Schöpfers

Der Schöpfer von Zig, Andrew Kelly, startete einen heftigen Gegenangriff und demontierte sowohl die ursprüngliche Codebasis von Bun als auch deren KI-generierten Nachfolger. Sein öffentlicher Blogbeitrag, der später noch verschärft wurde, ließ keinen Zweifel an seiner tiefen Verachtung für das gesamte Unterfangen.

Kelly nahm kein Blatt vor den Mund, was die ursprüngliche Zig-Implementierung von Bun betraf; er bezeichnete sie als "Hacks auf Hacks" und als "Paradebeispiel dafür, wie man Zig nicht schreibt". Er behauptete, die halbe Million Zeilen Code seien eine "Netto-Belastung" für seine Sprache, was auf ein grundlegendes Versagen in der Technik hindeute, lange bevor eine KI sie berührte.

Sein Spott erstreckte sich auch auf den Rust-Port, der von 64 parallelen Claude-Agenten generiert wurde, den er als "eine Million Zeilen ungeprüften Müll" abtat. Kelly geißelte dessen Befürworter als "geschmacklose KI-Enthusiasten", was auf einen tiefgreifenden Mangel an Urteilsvermögen für qualitativ hochwertigen Code und eine blinde Akzeptanz automatisierter Mittelmäßigkeit gegenüber menschlicher Handwerkskunst hindeutet.

Die Kritik verschärfte sich durch einen zutiefst persönlichen Angriff auf den Gründer von Bun, Jarred Sumner. Kelly bezeichnete Sumner öffentlich als "stinkenden Manager" und beschuldigte ihn, Bun zu einer "Blamage für Zig" gemacht zu haben, womit er dessen Führung direkt infrage stellte. Er machte Sumner "teilweise für einen Teil des Mülls verantwortlich, mit dem wir es zu tun haben" und schloss mit der klaren Aussage: "Ich stehe zu meiner Kritik an seiner Führung."

Ein Krieg der technischen Philosophien

Der Kampf um Buns Umschreiben dreht sich nicht nur um Code; es ist ein Zusammenprall grundlegender technischer Philosophien. Andrew Kelly, der Schöpfer von Zig, verficht sorgfältige, manuelle Technik und fordert explizite Kontrolle sowie minimale Abstraktion. Bun unter Jarred Sumner hingegen verkörpert ein schnelllebiges, funktionsgetriebenes Entwicklungsmodell, das nun durch 64 parallele Claude-Agenten, die eine halbe Million Zeilen portieren, zusätzlich beschleunigt wird.

Kelly nahm kein Blatt vor den Mund und tat Buns ursprüngliche Zig-Codebasis als "Hacks auf Hacks" und "ungeprüften Mist" ab. Er argumentierte, dass die allgegenwärtigen Fehler auf schlechte Codierungspraktiken zurückzuführen seien und nicht auf die inhärenten Einschränkungen von Zig. Er bezeichnete den KI-gesteuerten Port als "Marketing-Trick" eines "Billionen-Dollar-Unternehmens" und spielte damit auf die Unterstützung durch Anthropic an. Für einen tieferen Einblick in seine vernichtende Einschätzung lesen Sie My Thoughts on the Bun Rust Rewrite - Andrew Kelley.

Inmitten der Gehässigkeit zeichnen die Daten ein komplexes, wenn auch nicht ganz sauberes Bild. Der Port behob zwar 128 bekannte Fehler, was eine signifikante funktionale Verbesserung darstellt. Allerdings führte er anfangs 19 neue Regressionen ein, die inzwischen behoben wurden. Zudem befinden sich etwa 4 % von Buns neuem Rust-Code, rund 13.000 Schlüsselwörter, in unsafe Blöcken – ein Detail, das bei Rust-Puristen, die absolute Speichersicherheitsgarantien erwarten, sicherlich für hochgezogene Augenbrauen sorgen dürfte.

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Die neue Realität der KI-gesteuerten Entwicklung

Dieser beispiellose Rewrite, der von 64 parallelen Claude-Agenten durchgeführt wurde und 535.496 Zeilen Zig in etwa 682.000 Zeilen Rust in 11 Tagen portierte, schafft einen erschreckenden Präzedenzfall. Ist dies die Zukunft der schnellen, groß angelegten Code-Migration oder eine deutliche Warnung vor der Anhäufung von "ungeprüftem Mist" und technischen Schulden? Die geschätzten Token-Kosten von 165.000 US-Dollar, selbst wenn sie aufgrund der Übernahme von Bun durch Anthropic erlassen wurden, signalisieren einen seismischen Wandel in der Entwicklungsökonomie.

Andrew Kellys ungefilterte Verurteilung, in der er Buns ursprünglichen Code als "Hacks auf Hacks" und den KI-generierten Port als "eine Million Zeilen ungeprüften Mist" beschrieb, löste eine heftige Debatte aus. Viele lobten seine erfrischende Ehrlichkeit und notwendige Wahrheit über die Codequalität, während andere es als unprofessionell und rufschädigend für Bun und Zig empfanden. Diese Spaltung unterstreicht eine tiefe Besorgnis über die sich entwickelnde Landschaft der Open-Source-Zusammenarbeit.

Die zentrale Frage drängt sich nun auf: Wer trägt die letztendliche Verantwortung für Qualität, Sicherheit und langfristige Wartbarkeit, wenn KI immer mehr grundlegenden Code generiert? Dies definiert das Wesen von Open-Source neu und stellt traditionelle Vorstellungen von menschlichem Beitrag, Peer-Review und dem Ruf einer Sprache in Frage. Die Branche muss sich diesen Auswirkungen direkt stellen oder riskieren, eine Zukunft auf undurchsichtigen, KI-gesteuerten Fundamenten aufzubauen.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist Bun von Zig zu Rust gewechselt?

Buns Schöpfer, Jarred Sumner, nannte anhaltende Speichersicherheitsfehler wie 'use-after-free'-Abstürze als Hauptgrund. Das Ziel war es, den Borrow Checker von Rust zu nutzen, um diese Probleme zur Kompilierzeit zu eliminieren.

Wer ist Andrew Kelly und warum ist er verärgert?

Andrew Kelly ist der Schöpfer der Programmiersprache Zig. Er ist verärgert, weil er glaubt, dass Buns Zig-Code schlecht geschrieben war ('Hacks auf Hacks') und dass der KI-gesteuerte Rewrite zu Rust ein Marketing-Stunt war, der Zigs Ruf zu Unrecht beschädigt hat.

Wie hat Bun KI genutzt, um seine gesamte Codebasis umzuschreiben?

Bun nutzte 64 parallele KI-Agenten, die von einem Vorab-Modell von Anthropic Claude angetrieben wurden. Diese Agenten arbeiteten 11 Tage lang über mehrere Git-Worktrees hinweg und portierten etwa 535.000 Zeilen Zig in 682.000 Zeilen Rust.

Was waren Andrew Kellys schärfste Kritiken an Bun?

Er bezeichnete Buns Codebasis als 'ungeprüften Mist' und als 'Netto-Haftung' für Zig. Er kritisierte auch Buns Schöpfer, Jarred Sumner, scharf, nannte ihn einen 'stinkenden Manager' und machte ihn dafür verantwortlich, dass Bun zu einer 'Peinlichkeit für Zig' wurde.

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